Rosenhof-Walter

Hannoveraner Springpferdezucht

Idee und Ausrichtung meiner Zucht.

Hier möchte ich dem Leser nahebringen, welche Gedanken mich bewegen, wie ich meine Zucht gestalte und was ich mir vorstelle.

 

Für mich war/ist es das wichtigste, das ich die Grundlage, mit welcher ich arbeite, verstanden habe bzw. kenne. Auch in Hannover gibt es eine Vielzahl Blutlinien die es einem Züchter schwierig gestalten auf Dauer bedeutende Pferde zu züchten.

"Wer hohe Türme bauen will, muss lange am Fundament verweilen"

ist kein einfach so daher gesagter Spruch, jede Generation die in ein Familien Bild eingeflochten ist, kann entweder dem Stamm, also der Familie helfen aber auch nachhaltig schaden, je weiter man Sie ausbauen möchte.

Ein Guter Stamm ist wie ein guter Wein, so sagte einmal Frederico Tesio, Züchter der berühmten Rennpferde Nearco, Ribot usw.

Ein guter alter Wein hat 16 % Alkohol, er spielt auf deiner Zunge und lässt dich genießen, wohingegen ein junger Wein dir süßen Genuss verspricht, aber auch Kopfschmerzen am folgenden Tag, einen alten Wein zu verdünnen ist nicht schwer, wobei er lange seinen Geschmack erhält, ein Junger Wein reifen zu lassen dauert lange...sehr lange.

Hier kommt der Übergang wieder zur Pferdezucht, vielfach wird ein schnelles voranschreiten der Generationen forciert. Der Fortschritt gesucht in der Darstellung Imposanter Namen. Das verknüpfen, stärken eines Stammes und das Zusammenführen bewährten Blutes die eigentliche Züchterische Arbeiten um die Grundlage zu schaffen für eine Innovative Idee, eine Art des Pferdes die man in der Breite so nicht findet zu erschaffen, bringt die Würze in den Sport und somit in die Zucht.

Gustav Rau, ein wirklicher Hippologe von Welt, umschrieb Pferde nach ihrer Darstellung und Verkörperung ihres Blutes in ihren Ahnen. Er machte Pferde fest in der Konstellation der Blutströme die die Familie/Stamm führten und auch darstellten, und suchte den passigen Partner wenn es um Zucht ging, er stellte ihn wiederum auf die gleiche Art dar. Das Pferd wurde greifbar und nicht wie allzu oft dargestellt, mit Namen bereichert. Diese Eigenschaft ging durch das Züchten nach Zahlen und Indexen allzu oft verloren... Eine Lebewesen nach Zahlen zu formen, welches mit dem Menschen nahtlos sein Leben verbringt halte ich für höchst bedenklich. Jeder Mensch ist anders, jedes Pferd ist Individuell, einzigartig und auch in der Familie in der Aufbau seiner Ahnen oft völlig verschieden. Dies wird in einem Züchten nach Zahlen nie berücksichtigt.

Anders in der klaren Darstellung des Blutes wie es Gustav Rau u. andere es praktizierten.

Ein Pferd herauszustellen, mit einer Vielfalt an Informationen macht das Züchten klarer und deutlicher. Betrachte ich z.b. Stakkato v. Spartan-Pygmalion-Goldstern-Wittelsbach-Valentino xx so ist er in seiner Körperlichen Darstellung klar zu definieren in einer feineren Form seines Großvaters GOLDSTERN. Stakkato zu dem ingezogen auf den Springvererber Gotthard, ist er um so mehr der Träger dieses Blutes und Sekundär der Träger seiner Vaterlinie Semper Idem. Gotthard Blut brachte in direkter Doppelung wenig nachhaltiges, aber in Kombination wiederum mit Edelblut, oder Domspatz,am besten auf einer Agram Grundlage ohne Wienerwald - Weltpferde wie z.b. Robinson FRH (Richard Spooner) Shutterfly (M.M.Beerbaum) usw. Wobei z.b. Souvenir v. Stakkato (Phillip Weishaupt) eine stärkere Form des Vaters darstellt, also eindeutig ein Stakkato. Ihre Großmutter war ein Vertreter des Gotthard/Grande mit viel Vollblut, Souvenirs Mutter eine Halbblutstute des Lemon xx und Stakkato wiederum als Vater von Souvenir brachte den Anschluss an das Gotthard Blut. Wobei Stakkato sich in seiner Art der Darstellung durchgesetzt hatte.

Ein weiteres Beispiel der Hengst Perigueux, seine Mutter international erfolgreich war eine hoch edle Fuchsstute v. Stakkato-Akzent II-Furioso II-Gotthard-Cypern-Kurator II

Der Vater Perpignon aus der Linie des Pilot, war ein nerviger Hengst ohne klare Deutung seines zusammengewürfelten Blutes. Die Mutter v. Perigueux ist ingezogen auf Gotthard (3*), Absatz(2*) und Waidmannsdank xx (2*) .. hoch edel gezogen und im fallenden Stamm durch u.a. Kurator (v. Kurde AA) weiter unterstützt klar im Vorteil gegenüber dem Vater. So ist Perigueux  ein eindeutiger Vertreter seiner MUTTER, wie er sich auch präsentiert. Züchterisch wäre der Gedanke für mich und so handele ich auch, ihn an Söhne des Stakkatos zu fokussieren um die Mutter wieder herauszustellen und die des Mütterlich so wertvollen Vaters. oder den Anschluss an sein Edelblut... Die Möglichkeiten sind enorm vielfältig, jedoch immer greifbar. Jedoch liegt hier immer wieder der begriff der Zweige, der Triebe die den Weg des Mütterlichen Stammes weiter vorgeben - in ihrer Vererbung.

Züchten bringt somit den Begriff der Nachhaltigkeit in den Vordergrund und ist der Inbegriff für die Pflege einer Familie/Stamm bzw. um Tesio zu zitieren, das reifen eines guten Weines.

Ein weiteres Beispiel ist der Hengst For Pleasure, v. Furioso II-Grannus-Goya-Fernjäger-Wismar

Hier kommt die Linienzucht auf Gotthard bei der Mutter zum Tragen, unterstützt durch den passigen Domspatz.. Wismar wieder der Vertreter der Mutterlinie des SERVUS. Gigantin, die Mutter von For Pleasure war eine kleine stämmige Stute in ihrer Erscheinung dem Hengst Wismar nahe. klar und deutlich definiert sich aber das Pferd über sein Blut in der Vererbung, Furioso II gab den Überguss, was z.b. Halsung betrifft, jedoch im Stamm, gerade das Hinterbein eindeutig ein Vertreter der Mutter. In der Vererbung passte For Pleasure  z.b. für mich bisher recht oft  an den schnittige Perigueux, ein Linienzucht auf Furioso II,Graphit,Gotthard erscheint. Interessant mit dem Sohn des For Pleasure - Forsyth FRH eine Linienzucht auf Furioso II,Graphit,Domspatz,Absatz .... So verschieden kann Vererbung sein, jedoch greifbarer und eindeutiger man um die Stärken und Schwächen des Blutes sich bewusst ist. Verklärungen sind in der Zucht fehl am Platz, Informationen, Eindrücke sind für mich die Basis.  Der Umgang in der Gestaltung meiner Stämme und Blutlinien bestätigt für mich immer mehr, dass eine klare Definition und Darstellung eines Pferdes wichtiger ist, wie ein Name von Welt.

Am Rande sei erwähnt, dass z.b. Diamant de Semilly in einem Jahr fast 500 Nachkommen vorweisen kann (und das nur in Frankreich!!), ein Gotthard dies in seinen Lebzeiten zusammen  nie erreichte, aber über 100 Pferde, welche Abmessungen von 1.40m (Klasse S) und höher sprangen. Dies unterstreicht für mich, dass eine Hinterfragung einer Zucht in Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit beginnen sollte.